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Rezensionen

Und was die „fitte Dame“ (Orgel, Anm.) drauf hatte, zeigte Jonas Wilfert aus Berlin. Im Gegensatz zu seinen Kollegen, die mit Barock- und Romantik-Melodien etwa von Nicolaus Bruhns, Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Johann Ludwig Krebs oder Carl Michael Meineke glänzten, gab es bei ihm etwas Ungewohntes: Der erst 26-Jährige und in Berlin-Wedding angestellte Kirchenmusiker begeisterte nicht mit einem festen Repertoire, sondern mit Improvisationen. Da gab es eine Choralfantasie nach einem Wunsch aus dem Publikum mit verschieden ausgedrückten Gefühlen. Beim „Thema und Variationen über ein Kinderlied“ und dazu dem von den Gästen gewünschten „Der Kuckuck und der Esel“ schaffte es der gebürtige Sachse, spontan gleich zehn verschiedene Modulationen zu Gehör zu bringen. Das andere gewünschte Kinderlied: „Weißt Du, wie viel Sternlein stehen?“ gab es dann auch noch, und zwar als „Abendmeditation“. Die Zuhörer honorierten die Kunst mit einem fast nicht enden wollenden Applaus. Und einer Einschätzung konnte sich wohl die Mehrzahl der Gäste anschließen: „So etwas Tolles haben wir noch nie gehört!“
Märkische Allgemeine, 10.07.2017
„Junge Musik“ in der Leipziger Propsteikirche mit Instrumentalkonzerten von Johannes Hartmuth, Rheinberger und Strauss. (…) Das alles ist beim Kirchenmusiker Jonas Wilfert, 26, der an diesem Abend sein Debüt als Orchesterdirigent gibt, in guten Händen. Er taktiert sparsam, aber deutlich. (…) Das „Junge Ensemble Leipzig“ tönt fabelhaft rund und satt, weil auch Wilfert beim Klang auf Risiko geht, im Zweifelsfalle Schmelz, Glanz, musikalische Überrumpelungskraft wichtiger nimmt als die letzte Präzision. Das Ergebnis ist eben kein tönender Analyseaufsatz, sondern ein Orchesterspiel, das in seiner sinnlichen Unmittelbarkeit unter die Haut geht – und keinen Anlass gibt, über die Krise der Klassik zu sinnieren. Wäre schön, wenn dieses Konzert des „Jungen Ensemble Leipzig“ keine Eintagsfliege bliebe.
Leipziger Volkszeitung, 15.01.2018
Grandioses Konzert in Pinnow – Ein Künstler sorgt in Pinnow für Hörgenuss an einer gestressten Orgel. (…) Modern und frisch spielte Jonas Wilfert auf der Pinnower Orgel, ohne dabei die Erhabenheit des Kircheninstrumentes aus den Augen zu verlieren. Und das, obwohl es ein kleines Problem mit der Orgel gab. Denn irgendwas hatte dem Instrument zugesetzt – sei es die Hitze der vergangenen Wochen oder Staub, wie Kirchenmusikdirektor Hansjürgen Vorrath bestätigt.
Doch der Organist holte trotzdem das Beste heraus und improvisierte sogar auf Zuruf der Zuhörer Titel wie beispielsweise „Der Mond ist aufgegangen“. Grandios! 

Lausitzer Rundschau, 22.07.2019
Der Stummfilm „Der Golem“ ist mit Jonas Wilferts Begleitung in der Strausberger Kirche ein großes Erlebnis geworden. Die Dramatik der Handlung (…) steigert die Orgelbegleitung von Jonas Wilfert (Jahrgang 1991) geradezu atemberaubend. Als Christine Luther ihm anschließend dankt, gibt es stürmischen Applaus.
Märkische Oderzeitung, 28.07.2020
Duo Fehse / Wilfert begeistert bei Silvesterkonzert im Dom
300 Gäste im bis auf den letzten Platz besetzten Zeitzer Dom erlebten einen fulminanten Abschluss des Euleorgel-Konzertjahres 2019. 
Nach dem frenetischen Beifall war selbst der Übergang zur Zugabe eine Überraschung. Mit Plastiktrompete und Triola marschierten Toni Fehse und Jonas Wilfert auf die Empore. Das kam an.
Im propevollen Zeitzer Dom erlebten die Musikfreunde zwei enthusiastische Solisten an Euleorgel, Trompeten und Horn. Sie packten ein Programm zwischen Klassik und Moderne aus. Spannungsreich zusammen gestellt und exzellent interpretiert wurden neben Bach und Händel Stücke von Andersen oder Bowden gegeben. Jedes mit viel Beifall bedacht.
Und als Überraschung durfte sich das Publikum drei Titel wünschen. Die allerdings wurden nicht etwa vom Blatt herunter gespielt. Vielmehr improvisierte Jonas Wilfert zu den Themen an der Orgel. „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ improvisiert – ein Ohrenschmaus, den sich auch Musikerkollege Toni Fehse entspannt auf der Empore sitzend gut gefallen ließ.
Ein toller Abschluss des Konzertjahres, vor dem Euleorgelvereinvorsitzende Gudrun Hartmann nicht vergaß, sich bei Förderern, Unterstützern und dem Publikum zu bedanken. Das macht Lust auf Kommendes!

www.euleorgel-zeitz.de, 01.01.2020
CD-Kritik von Dennis E. Ferrara
Professor am Mott College Flint, Michigan
Kapitelmitglied der American Guild of Organists


Das Leipziger Label Rondeau Productions hat in diesem Jahr (2017) eines der spannendsten Alben mit Trompete und Orgel hervorgebracht.
Die neue Veröffentlichung präsentiert das Duo Toni Fehse (Trompete) und Jonas Wilfert (Orgel) mit ihrer ersten Aufnahme. Diese ist eine wirklich aufregende und äußerst Werk-programmatische Zusammenstellung von einzigartigen Transkriptionen für Trompete und Orgel.
Die schön arrangierten Kompositionen verschiedenster Originalbesetzungen passen perfekt zur Interpretation dieses dynamischen Duos.
Die Spielweise ist frisch und ausdrucksstark, voller Klangfarben und -nuancen mit einer geschmeidigen Balance zwischen den Instrumenten und einem wahren Gefühl für die Dramaturgie.
Die gewählte Orgel (Jehmlich, 1932, Dom St. Marien Wurzen) passt hervorragend zu diesem Repertoire. Sie stammt aus der deutsch-romantischen Orgelbautradition und vereint vollklingende Prinzipale und Mixturen, farbige Zungenstimmen und reizvoll intonierte Flötenregister. Der volle Plenumklang ist reichhaltig und aufregend.
Wilfert ist ein extrem sensibler Begleiter und seine Vielfältigkeit an klanglichen Kombinationen sorgt für ein sehr interessantes Hörerlebnis, um nur einen Punkt zu nennen. Seine Technik ist die eines Orgelvirtuosen.
Fehse ist ein hervorragender Musiker mit einem schönen Ton, toller Balance, Intonation und Technik.
Fehse und Wilfert spielen bereits seit 2009 als Trompete-Orgel-Duo zusammen- und das hört man. Die beiden Künstler musizieren nicht wie zwei, sondern ergeben eine musikalische Einheit.
Der exzellente Einführungstext von Wilfert ist hochinteressant und verleiht diesem Album ein feines musikwissenschaftliches Element.
Wärmste Empfehlung für jeden Organisten, Musiker und Musikliebhaber, der diesen seltenen Umgang mit einzigartigem romantischem Repertoire für Trompete und Orgel zu schätzen wissen könnte.

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